Am Boxring







Anita Steinwidder
"Bei der Aufgabe textile Portraits von österreichischen Boxern anzufertigen, schien es mir nicht wichtig, im Vorfeld besonders viel über diese Menschen zu erfahren, über deren Wirken ich wenig bis nichts wußte. Ich habe meine Aufgabe eher als Anfertigung von symbolischen Portraits, als Metapher verstanden.
Mit Boxsport verbinde ich meinen jetzt 88-jährigen Großvater, der, als ich ein Kind war, um 4h morgens aufgestanden ist, um sich Boxkampf-Übertragungen im Fernsehn anzuschauen. Das hat sich mir eingeprägt."


Milan Cvijanovic (+ 2014)
"1986 und 87 konnte man sich noch aussuchen ob man mit Kopfschutz boxt oder nicht. Dann ist 88 in Kraft getreten, dass jeder (Amateur)boxer einen Kopfschutz tragen muss. Mich hat der immer gestört und ich habe ihn nicht getragen bis das Gesetz gekommen ist. Es ist so wie Pferd. Man ist in seiner Sicht so stark eingeschränkt."


Biko Botowamungo
"Wo bleibt die mediale Unterstützung des Boxsportes in Österreich und auch die des Publikums? Österreich ist das einzige Land das seinen Heimvorteil nicht nutzt. Die Mentalität muss sich ändern."
Biko tanzt übrigens 2013 bei "Dancing Stars" im ORF.


Joe "Tiger" Pachler
"Die Mentalität im österreichischen Boxsport produziert lauter Einzelkämpfer. Die Funktionäre sind zu weit weg vom Geschehen, sie geben nicht die nötige Unterstützung. Das war auch schon zu meiner Zeit so und hat sich bis heute nicht geändert. Man sieht das am Beispiel Marcos Nader (momentan einer der erfolgreichsten österreichischen Profiboxer). Er bekommt in Österreich nicht das benötigte Training und muss im Ausland trainieren.
Nach meiner aktiven Boxkarriere in den 1970er Jahren war ich bei zahlreichen militärischen Weltmeisterschaften im Boxen (durch meine Tätigkeit beim Militär). Dort wurden für mich die unterschiedlichen Rahmenbedingungen zwischen Österreich und anderen Ländern so deutlich."

Am 18.12.2012 um 21:55 Uhr zeigt ORF Sport Plus ein Portrait (von Sigi Bergmann) über Joe Pachler: "Joe Tiger - Der Marathonmann geht in Pension"


Gotthard "The Cougar" Hinteregger
"Ja, ich bin noch hier!"


Walter Schaidinger / Filmemacher
"Mir gefällt der Respekt, der den Interviewpartnern entgegengebracht wird, die prägnante Charakterisierung. Menschen erkennt man unter anderem auch in Details während Phasen des Schweigens, und die Zuseher_innen erhalten in diesem Film genug Zeit und Raum, auch in geschnittenen Interviews eine große Gesamtheit der Personen präsentiert zu bekommen, ohne sie vorzuführen. Interessant ist auch die Asynchronität von Ton und Bild, die genau die oben erwähnten (bildlichen) Schweigephasen akustisch unterstreichen.
Die Kamera lässt insgesamt das zentrale persönliche Interesse an den Personen spüren. Auch wenn sie mitunter verspielt erscheint, so peilt die Kamera immer schnörkellos die Präsentation der Person als unumstrittenen Mittelpunkt an und niemals, um zu gefallen oder um sonstige Eitelkeiten bemüht zu sein. Deswegen gefällt sie.
Die schriftlichen Schlagsätze: Sie passen einfach. Man muss nicht alles für gut oder schlecht oder falsch und richtig bemessen, es stimmt einfach so. Basta."


Michael Tripolt / Kurator von "Die letzte Weltausstellung/Arche 2012" im Oktober 2012
"Als Kurator konnte ich mich glücklich schätzen, die Premiere von "Wie Pferd" im Rahmen der "Letzten Weltausstellung/Arche 2012" abzuhalten.
Die poetische und zutiefst menschliche Dokumentation über ehemalige österreichische Boxlegenden brachte einen wichtigen künstlerischen Aspekt sowie einen gekonnten Kontrast in das Filmprogramm der Ausstellung..."